Der Februar ist der kürzeste Monat des Jahres, und doch voller Gefühle. Erst Valentinstag, dann Rosenmontag, und als ob das noch nicht reicht, wirft uns der 20. Februar auch noch den "Liebe-dein-Haustier-Tag" hinterher. Eine Art romantisches Hürdenrennen mit Rosen, Konfetti und Hundehaaren.
Während der Januar noch unter dem Vorwand "Dry January" sämtliche Gefühle mit Mineralwasser runterspült, tritt der Februar aufs emotionale Gaspedal. Es beginnt mit dem Valentinstag, jenem kapitalistischen Ritual, bei dem Menschen sich gegenseitig mit Pralinen bewerfen, um zu beweisen, dass sie sich lieben. Oder wenigstens dulden.
Tankstellen verwandeln sich in botanische Notaufnahmen. Männer mit panischem Blick greifen nach dem letzten verwelkten Tulpenstrauß. Frauen tun so, als wären sie "ganz überrascht", obwohl sie seit Wochen durch subtile Hinweise wie "Ich liebe Sonnenblumen" ihre Erwartungen strategisch gestreut haben.
Der Valentinstag ist im Prinzip eine Mischung aus Liebesbeweis und Ablasshandel. Friede, Freude, erhöhte Beischlafwahrscheinlichkeit.
Doch dann kommt drei Tage später der Rosenmontag, und nicht nur das Rheinland verwandelt sich in eine Parallelwelt, in der jeder jeden küsst, um dann nie wieder darüber zu sprechen. Es ist ein bisschen wie Speed-Dating im Irrenhaus.
"Helau" und "Alaaf" sind in Wahrheit nur verschlüsselte Liebesrufe, die so viel bedeuten wie: "Ich bin betrunken genug, dich attraktiv zu finden." Verkleidungen helfen, Verantwortung abzustreifen: Wer als Pirat, Einhorn oder Olaf Scholz verkleidet ist, kann fast alles machen, ohne sich daran erinnern zu müssen.
An Rosenmontag ist Treue ein dehnbarer Begriff, irgendwo zwischen "Ich hab nur kurz mit der Jungfrau getanzt" und "Das war kein Zungenkuss, das war Brauchtumspflege!"
Kaum hat man sich vom Kater erholt, rollt der 20. Februar ins Blickfeld: Liebe-dein-Haustier-Tag. Ja, richtig gelesen. Ein Tag, an dem man seinem Hund, seiner Katze oder dem Goldfisch sagen soll: "Ich liebe dich."
Der Unterschied zum Valentinstag: Hier sind die Empfänger wenigstens ehrlich. Hunde freuen sich wirklich, wenn man sie liebt. Katzen reagieren wie immer: mit höflicher Verachtung. Goldfische zeigen ihre Emotionen durch leichtes Blubbern und gelegentliches Koten ins Wasser. Es ist ein bisschen wie bei manchen Ehen.
Tierfreunde nutzen den Tag für ausgedehnte Spaziergänge, Instagram-Storys mit Herzchen-Filter und neue Outfits für die Bulldogge. Denn nichts sagt "Liebe" so sehr wie ein Mops im Einhornkostüm, der sich innerlich fragt, was er in seinem früheren Leben verbrochen hat.
Wenn die Welt verrücktspielt, brauchen wir vielleicht genau das: ein bisschen inszenierte Romantik, ein bisschen enthemmtes Knutschen im Kostüm und ein bisschen Fellpflege mit emotionalem Tiefgang.
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