Lippeportal - Dezember 2025

Und schon ist das Jahr wieder vorbei

Dezember 2025

Die Zeichen waren in Form von Lebkuchen bereits seit Wochen im Supermarktregal zu sehen, und doch sind wir immer wieder überrascht, wie schnell wir wieder Weihnachten haben. Diese magische Zeit, in der wir die Geburt eines Erlösers feiern, indem wir uns die Haare vollglitzern lassen und im Supermarkt fremde Menschen wegen des letzten Marzipanbrots zusammenschreien. Während draußen die Temperaturen so mild sind, dass die Schokolade im Adventskalender zu schmelzen droht, trällert drinnen Mariah Carey wie jedes Jahr unaufhaltsam Richtung Nervenzusammenbruch.
Aber bevor wir unter dem Tannenbaum kollabieren, schauen wir doch noch einmal zurück. Denn das Jahr 2025 war... sagen wir: ereignisreich. Oder wie man in Regierungskreisen sagt: "herausfordernd mit positiver Lernkurve".
Januar: Das Jahr begann, wie so viele moderne Beziehungen mit guten Vorsätzen. Weltweit versuchten Millionen, sich von Social Media zu entgiften, um dann spätestens am 7. Januar wieder Smoothie-Bowls und Katzen mit Sonnenbrillen zu posten. Der erste Trend des Jahres: "Dry January". Also ein Monat ohne Alkohol. Gefolgt von "High February", weil man es einfach nicht mehr aushielt.
Februar bis Mai: Die KI revolutionierte weiter alles, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Chatbots schrieben Bücher, hielten Reden, führten Therapien durch und kündigten dann ihre Podcasts an. Menschen begannen, sich an Maschinen zu wenden, um ihre Probleme mit Menschen zu besprechen. Und die Maschinen antworteten: "Das ist eine richtig gute Idee." Egal was man vorher gesagt hat.
Juni: Der Sommer begann früher, heißer und empörter als je zuvor. Die Freibäder führten Kontingente ein, in Berlin wurde wegen Hitzewellen ein "Schattenmanagement" beauftragt, und ein Startup aus Brandenburg brachte den "Klimaanlagenhut" auf den Markt: ein Solarhelm mit eingebautem Ventilator und zwei Eiswürfelfächern. Ausverkauft binnen 48 Stunden.
August: Deutschland diskutierte endlich, wie man den Nahverkehr revolutionieren könne. Das Ergebnis verspätet sich erwartungsgemäß, und vermutlich wird das Deutschlandticket teurer und in "Einmal-im-Kreis-Fahren-und-dabei-leiden"-Ticket umbenannt. Immerhin ehrlich.
September: Bildungsministerien entdecken Digitalisierung. Neu in der 5. Klasse: "Digitale Ethik", geleitet von einem 68-jährigen Informatiklehrer, der denkt, "HTML" sei ein antiker Gladiator. Schüler lernen, was Deepfakes sind, indem sie ihren Lehrer auf TikTok in Strapsen auftreten lassen. 200.000 Views. Bildungsziel erreicht.
Oktober: Die Deutschen entdecken ihre spirituelle Seite: "Waldbaden" wird olympisch, Atemtherapie Pflicht in Arbeitsverträgen, und wer keine Yoga-Retreats besucht, wird vom TÜV als "emotional instabil" eingestuft. Parallel dazu diskutiert die Gesellschaft, ob man seiner "KI" ein Weihnachtsgeschenk machen muss.
November: Der große Run auf Weihnachtsbeleuchtung beginnt, obwohl es in vielen Innenstädten aus Stromspargründen verboten ist, einen Baum mit mehr als vier LEDs aufzustellen. In Bayern rebelliert angeblich ein Dorf und zündet aus Protest ein Rentier an. Aus Stroh. Vermutlich. Ich hoffe es zumindest.
Und im Dezember? Menschen rennen durch die Innenstädte wie in einer dystopischen Netflix-Serie, in der die einzige Hoffnung ein Thermomix für 999 Euro ist. Kinder basteln Wunschzettel, die mit "Lieber Weihnachtsroboter" beginnen, und auf den Weihnachtsmärkten gibt es vegane Currywurst und Glühwein mit CBD.
Währenddessen probt man Besinnlichkeit. Es wird gebacken, gestritten, gebastelt, gestritten, gesungen und nochmals gestritten. Und schließlich sitzt man dann beisammen, unterm Baum, mit der ganzen Familie und fragt sich: Wie viel Frieden auf Erden ist eigentlich rechtlich zulässig?
Wir wollten alles gleichzeitig retten: das Klima, die Demokratie, unser Zeitkonto bei der Arbeit und... was war es noch? Geklappt hat nichts davon. Aber immerhin haben wir es versucht, und ist wieder ein schöner Vorsatz für 2026. Frohes Fest.

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