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Lippeportal - April 2022

Neue Zeiten und andere Ausreden

April 2022

Ja, die Zeiten ändern sich. Das haben sie schon immer getan. Es liegt in ihrer Natur. Was auch sonst? Stillstand? Seltsamer Weise scheinen sich Zeiten jedoch immer nur zum schlechteren zu verändern. Warum sonst würde man ständig nur was von der "Guten alten Zeit" hören, und so selten was über die "Goldenen Jahre" die vor uns liegen? Oder nutzen wir einfach nur gerne jede Veränderung, um mal ein wenig rumzuheulen. Oh, alles ist so schlimm. Alles wird noch schlimmer. Ohje, ohje, ohje. Stimmt aber nur teilweise. Natürlich gibt es derzeit und in Zukunft riesige Aufgaben und auch viele unschöne und katastrophale Situationen und Umstände, die einem das Leben schwer machen. Aber das Leben war in Wirklichkeit nie besonders leicht. Wir vergessen nur gerne sehr schnell.

Schauen wir uns die Katastrophen der jüngeren Vergangenheit doch einmal sachlich an. Was ist mit Corona? 2 Jahre legte das Virus den größten Teil des öffentlichen Lebens lahm. Kunst, Kultur, Vereinsleben und auch die Gastronomie und der örtliche Einzelhandel brachen in weiten Teilen zusammen. Das war (und ist) schlimm, aber nicht unbedingt neu. Tuberkulose, Pocken, das Marburg-Virus, Ebola, Lepra und sogar die Pest haben uns in den letzten Jahren immer wieder heimgesucht. Aber das war irgendwie immer weit weg, oder lange her, oder war sonst irgendwie nicht so wichtig. Das Leben ging weiter.

Jetzt herrscht Krieg. In der Ukraine. Irgendwie weit weg und doch so nah. Ja, das ist furchtbar. Und ja, es ist gut, dass wir uns nicht nur empören, sondern dabei helfen, den Krieg zu beenden und die humanitäre Katastrophe zu lindern. Aber machen wir uns nichts vor. Ein Einzelfall ist dieser Krieg nicht. Nicht mal in Europa. Die Balkankriege tobten im ehemaligen Jugoslawien von 1991 bis 2001 und brachten zahllose (auch zivile) Tote, Flucht und Vertreibung. 2001-'21 Afghanistan. 2002-'07 Elfenbeinküste. 2003-'07 Irak. 2004-'10 Jemen. 2005-'10 Tschad. 2007 Sri Lanka. 2008 Kaukasus. 2011 Libyen. Seit 2014 wieder Libyen. Und auch in der Ukraine wird bereits seit 2014 gekämpft. Alles schrecklich, aber keine Einzelfälle. Und für die Opfer macht es keinen Unterschied, ob sie in Kiew, am Mittelmeer oder in der Wüste sterben. Für diese Menschen ändern sich die Zeiten nicht mehr.

Vielleicht ist es nicht nur wichtig, aktuell zu helfen, sondern vor allem auch für die Zukunft daraus zu lernen. Weniger Abhängigkeit von anderen Staaten könnte helfen, Despoten rechtzeitig in ihre Schranken zu weisen, bevor Bomben fallen.

Abgesehen davon hilft es auch niemandem, wenn man selbst aus lauter Solidarität jede Lebensfreude verliert. Es ist nicht verwerflich, wenn man sein eigenes Leben neben all der Hilfsbereitschaft genießt und einen schönen Tag mit Kunst, Kultur und einer Kugel Eis verbringt. Nur wer auch selber Kraft tankt, kann anderen helfen. Und wir werden noch viel Kraft brauchen. Sowohl gesundheitlich, wie auch moralisch und finanziell. Dann können Zeiten auch wieder besser werden.

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