Lippeportal - November 2020

Wissenschaftliche Erkenntnisse...

November 2020

Neulich Abend sah ich mir eine Talkshow mit durchaus interessanten Gästen an. Das Thema war natürlich Corona, was sonst. Außer "Corona", "Trump" und "Bauer sucht Frau" scheint es ja auch nix anderes mehr zu geben. Ich bin mir auch nicht so ganz sicher, was davon die größere Bedrohung für unsere Gesellschaft ist. Aber zurück zum Thema... Ich sah also diese Diskussion und natürlich wurde es laut. Es dauerte auch nicht lang, bis die unterschiedlichen Sichtweisen zu einer aufgeregten Mini-Brüllerei ausarteten. Jeder Hinweis darauf, dass man die Schutzmaßnahmen auch anders beurteilen könne, wurde vom Moderator (in diesem Fall Lanz) kategorisch als Unsinn dargestellt. Es ginge ja schließlich nicht um Meinung oder Beurteilung, sondern um Wissenschaft. Aha. Wissenschaft. Die Eine. Die Allwissende. Die, die man nicht hinterfragen darf, ohne gleich als Hexer auf dem sprichwörtlichen Scheiterhaufen zu landen. OK, dann machen wir das Fass doch mal auf. Was wissen die Wissenschaftler, Ärzte und Talkshowmoderatoren denn nun so ganz genau, dass man nicht mal eine zweite Meinung diskutieren kann. Die zweite, dritte oder auch siebenundzwanzigste Meinung kann dann ja bescheuert sein, aber sachlich diskutieren muss erlaubt bleiben. Es gab Zeiten, da wusste die Wissenschaft, dass die Sonne sich um die Erde dreht. In meiner Jugend galt Pluto noch als Planet. Das Lesen im Dunkeln schadet entgegen landläufiger Meinung nicht den Augen, kann jedoch zur Ermüdung und Kopfschmerzen führen. Und man lese und staune: Erst vor kurzem haben niederländische Wissenschaftler durch Zufall ein neues Organ im menschlichen Kopf gefunden. Zwei ca. 4 cm lange Tubarius-Drüsen. Interessant, was man wohl noch so alles in unseren Köpfen findet? Das zeigt jedenfalls, wie schnell sich der Wissensstand zu unseren Schleimhäuten und Speicheldrüsen ändern kann. Wieso fällt es uns dann so schwer, über wesentlich komplexere Zusammenhänge wie bei Covid 19 sachlich zu bleiben. Vermutlich liegt es daran, dass viele einfach Angst haben. Angst war jedoch noch nie die beste Grundlage, um richtige Entscheidungen zu treffen. Angst vor dem Tod. Angst vor dem wirtschaftlichen Schaden. Angst vor einer neuen Weltordnung. All diese Ängste muss man zuerst einmal verstehen und ernst nehmen, denn für den Einzelnen ist seine ganz persönliche Angst real, und lässt sich nur lösen, wenn man ergebnisoffen und sachlich darüber spricht. Dann kommt man vielleicht auch zu neuen Erkenntnissen. Panik vermeiden, andere Meinungen zulassen und trotzdem alle Schutzmaßnahmen einhalten. So kommen wir vielleicht am besten durch die Pandemie. Aber was weiß ich schon, ich bin ja kein Wissenschaftler, sondern nur ein Mensch, der Hoffnung hat.

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