Lippeportal - April 2019

Fridays for future... (und Wednesday for W-Lan?)

April 2019

Schüler gehen für ihre Überzeugungen auf die Straße und protestieren für ihre Zukunft. Dabei erhalten viele auch Unterstützung von ihren Eltern, von Künstlern und sogar von einigen Politikern. Kann es etwas schöneres geben, als eine aktive Jugend? Viele finden es auch OK, wenn dafür der Unterricht ausfällt. Kein Wunder. Wann denn sonst? Etwa in der Freizeit? Nein, morgens ist die politische Meinungsäußerung doch viel schöner. Natürlich nur, wenn es um die Umwelt geht. Und nur so lange, wie man lediglich ein Pappschild tragen muss. Auf das Smartphone verzichten, nur weil die Rohstoffe unter unsäglichen Bedingungen abgebaut und dann um die halbe Welt transportiert werden? Oder etwa auf Jeans, T-shirts oder sonstwas aus Asien oder Amerika verzichten? Nein. Wen interessiert schon, dass diese Dinge mit Frachtschiffen zu uns kommen, die die Luft mehr belasten, als alle Autos der Welt zusammen.

Es ist auch nicht umweltfreundlich, wenn man mit dem Auto zur Demonstration fährt. Auch nicht, wenn man sich fahren läßt. Nein, nichtmal der Bus ist wirklich umweltfreundlich. Umweltbewußt wäre es, mit dem Fahrrad oder zu Fuß in die Stadt zu kommen. Vorausgesetzt natürlich, das Fahrrad oder die Schuhe kommen nicht ebenfalls mit dem Containerschiff aus Fernost. Während der Demo dann einen Coffee-to-go im Pappbecher oder einen Energydrink aus der Dose zu trinken, ist auch eher bedenklich und wenig konsequent.

Liebe Schüler, Eltern, Unterstützer und alle anderen, die sich an den "Fridays for Future" beteiligen. Ich finde es gut, dass Ihr euch Gedanken um die Zukunft macht. Ich finde es gut, dass Ihr dafür demonstriert. Ich finde es gut, dass Ihr euch (auch) politisch engagiert. Aber wäre es nicht auch toll, wenn das nicht nur am Freitag Vormittag passiert, sondern wenn wir alle die Welt an jedem Tag ein kleines bisschen besser machen würden? Durch bewußteren Konsum. Verzicht auf unnötige Autofahrten oder Urlaubsflüge. Durch Mehrwegverpackungen. Durch allgemein weniger unnötige Technik, wie dem Zweithandy, Klimaanlagen oder anderen Schnickschnack, der nicht nur bei der Benutzung Strom verbraucht, sondern auch in der Herstellung die Umwelt belastet. Seid Ihr alle dabei? Oder macht Ihr lieber nur ein Selfie mit einem Pappschild in der Fußgängerzone? Ich bin gespannt, wie sich diese neue Umweltbewegung entwickelt.

Nur mal eine Frage am Rande? Wenn freitags die Schule ausfällt, dann ist das 20 % weniger Unterricht. Wer lernt denn dann die wichtigen Grundlagen in Physik, Chemie, Biologie etc. die unsere nächste Generation wissen muss, um ressourcensparende und umweltfreundlichere Techniken zu entwickeln? Naja, vermutlich kommen diese Dinge dann einfach aus Asien und Amerika. Dann werden unsere Enkel später halt für mehr Bildung oder mehr Arbeitlosengeld demonstrieren. Das wäre allerdings schade. Also vielleicht doch lieber zur Schule gehen und am Nachmittag demonstrieren?

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