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Lippeportal - Dezember 2017

Es weihnachtet... na endlich gibt es was!

Dezember 2017

Endlich gibt es wieder die großen Familientreffen. Alle kommen zusammen, um zu essen, sich gegenseitig zu beschenken und über die missratene Cousine und den verschollenen Onkel zu lästern. Oh du fröhliche und so weiter, denn darauf haben sich Oma und Opa das ganze Jahr gefreut, während sie alleine in Ihrer Wohnung saßen und nur gelegentlich vom Pflegedienst bei Ihrer Nachmittagssendung gestört wurden. Da wird einem doch ganz warm ums Herz. Obwohl, früher war mehr Lametta und so. Früher, als man vorsichtig die Päckchen öffnete und sich auch noch über Süßigkeiten und ein paar neue Socken freute. Heute kassiert man schon wahlweise enttäuschte, mitleidige oder sogar wütende Blicke, wenn nach dem Aufreißen der Verpackung nur das Vorgängermodell des allerneuesten Smartphones zu Tage tritt. Da fühlt man sich doch gleich so richtig scheiße, oder?

Eine Kleinigkeit die von Herzen kommt und liebevoll verpackt wurde? Pustekuchen. Das ist ja sowas von 90er. Größer, besser, teurer muss es schon sein. Der neue, ultraflache 3D-Fernseher muss die Ausmaße einer altdeutschen Schrankwand haben und bei modischen Accessoires steht natürlich im Vordergrund, dass Nachbarn und Freunde vor Neid platzen. Apropos Freunde: Wichtig ist natürlich, dass man sich auch in den sozialen Medien schön weihnachtlich gibt. Am Besten, man präsentiert sich selbst dabei, wie man einen modernen Ablassbrief in Form einer Spende erwirbt. Zur Beruhigung des Gewissens und weil es halt alle so machen.

Aber jetzt mal im Ernst. Warum brauchen wir immer einen besonderen Tag wie Weihnachten, Ostern oder den Black-Friday, um zumindest in Teilen die Wichtigkeit von Familie, Freundschaft und sozialer Interaktion zu erkennen? Kein Wunder, dass wir uns darauf freuen, dass künftig nicht nur Siri, Alexa und Google mit uns sprechen, sondern dass via Sprachprogramm auch die Spülmaschine Gefühle vortäuschen kann. Ein Gerät, das den Haushalt erledigt und Gefühle vortäuscht? Dafür musste man früher heiraten. Endlich noch mehr Technik, die echte Gespräche mit echten Menschen überflüssig machen. Quasi die größte Errungenschaft, seit der Erfindung von Vibratoren und Gummipuppen. Und wenn man doch mal ein Lebewesen sehen will, dann gibt es ja auch noch den Videochat auf dem Handy oder Tablet. Da brauchen sich Oma und Opa auch nicht wundern oder beklagen, dass man sich nur zu Weihnachten sieht. Wenn die auch so "oldschool" von Vorgestern sind und nicht mit der Technik mithalten können, dann sind sie doch selber schuld, oder?

Ich hoffe, wir alle nutzen die "besinnlichen" Tage dafür, einmal in uns zu gehen, die Technik für einen Moment aus der Hand zu legen, und darüber nachzudenken, was wirklich zählt. Größerer, besserer, teurerer Schnickschnack oder die wertvollen Momente mit Menschen, die wir lieben? Und warum genießen wir diese Momente nicht öfter. Das ganze Jahr. Jeden Tag. Auch ohne besonderen Anlass. Diese Erkenntnis wäre vielleicht das schönste Geschenk. Und davon hätte ich gerne ein großes.

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