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Lippeportal - April 2017

Auferstehung und Nazi-Methoden!

April 2017

In der alten Kirche (also vor dem 4. Jahrhundert) wurde Ostern als Einheit von Leidensgedächtnis und Auferstehungsfeier in der Osternacht begangen. Später entwickelte sich das Fest zur 3-Tagesfeier und zwischenzeitlich zu einer ganzen Festwoche, von der heute nur noch der Ostermontag als Feiertag übrig geblieben ist.

In diesem Jahr haben viele politische Parteien ihren Wahlkampfauftakt genau in diese Zeit gelegt.

Ein Zufall? Ein Gleichnis? Ein Omen?

Leidensgedächtnis passt ja durchaus zu vielen politischen Ereignissen der letzten Monate, und einige wünschen sich auch eine Auferstehung aus dem Reich der Scheintoten. Ist das eigentlich schon Blasphemie? Man muss ja heute sowas von aufpassen, was man so sagt und schreibt. Wenn man etwa einen Schokoschaumkuss noch "Negerkuss" nennt, oder ohne schlechtes Gewissen ein "Zigeunerschnitzel" bestellt, dann kann es schnell mal passieren, dass eine Sondereinheit der moralisch überlegenen Anstandswächter einem die Tür eintreten und zur linguistische Säuberung ansetzen. Aaahh, "Säuberung", das ist natürlich auch ein sehr belasteter Begriff. Es fällt so schwer, sich politisch korrekt auszudrücken. Und dann auch noch geschlechtsneutral. Wer will schon in Verdacht geraten, auf Grund eines unüberlegten flapsigen Satzes, als Nazi oder gar als Macho in Verdacht zu geraten. Insofern ist das Wort "Zigeunerschnitzel" wohl wirklich das schlimmste Wort der deutschen Sprache.

ERSTENS ist "Zigeuner" schon mal eine Beleidigung für mobile etnische Minderheiten. ZWEITENS ist es auch noch die rein männliche Form und somit diskriminierend gegenüber Frauen und anderen Geschlechtern. DRITTENS handelt es sich um Fleisch, was Vegetarier, Veganer, Fruitaria und andere auf die Barrikaden bringt. Und VIERTENS ist dieses Fleisch auch noch vom Schwein, was Muslime beleidigen dürfte. Boah! Was für ein böses Wort.

Kein Wunder, wenn ausländische Staatschefs uns als Nazis beschimpfen. Wir drücken uns einfach zu mißverständlich aus.

Denkste! Der April endet ganz Böse! Der 1. Mai wurde 1933 nämlich durch die Nationalsozialisten zum gesetzlichen Feiertag. Der Maifeiertag ist also auch ein Nazi. Genauso wie die Autobahnen, der VW-Käfer und natürlich der olympische Fackellauf. Und jetzt auch noch unsere Regierung, die Wahlkampfauftritte ausländischer Politiker in Deutschland für kritisch hält. Das ist der Beweis. Wir sind alle sowas von böse.

Was denken Sie? Ich denke das jedenfalls nicht.

Wir leben in einem wunderbaren Land mit mehr Freiheiten als jede Generation zuvor. Natürlich kann man immer etwas verbessern. Und bei den Wahlen im Mai und September haben wir ja auch alle die Freiheit dies zu tun. Bei uns muss keiner mehr Angst haben, dass er auf Grund seiner politischen oder sonst einer Meinung verfolgt wird.

Außer natürlich, wenn man die falschen Worte benutzt. Dann gibts böse Blicke.

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