Schlangen
Beratung vor Ort verbessert Betreuung von Arbeitslosengeld-II-Beziehern
In Notfällen kommt die Beraterin nach HauseAngst bestimmt sein Leben. Er schafft es kaum aus dem Haus zu gehen, einzukaufen oder Behördengänge zu erledigen. Diagnose für einen Langzeitarbeitslosen aus Schlangen: Angsterkrankung. Eine schwierige Situation auch für Sabine Hoischen, Fallmanagerin der Lippe pro Arbeit. Sie betreut und vermittelt Bezieher von Arbeitslosengeld-II in Schlangen. "In solchen Fällen mache ich auch Hausbesuche, um mir ein Bild von der Lebenssituation der Kunden zu machen und gemeinsam zu überlegen, was man tun kann."
Möglich geworden ist diese unbürokratische Hilfe durch die Präsenz der Lippe-pro-Arbeit-Mitarbeiter vor Ort. Über 500 Menschen werden in der Gemeinde Schlangen von der Lippe pro Arbeit betreut. Vor den Hartz-Reformen mussten die Arbeitslosen aus Schlangen für jeden Termin nach Detmold. Heute hat die Lippe pro Arbeit Außenstellen in allen lippischen Gemeinden. Oft sind diese sehr klein, in der Außenstelle Schlangen arbeiten drei Mitarbeiter, doch sie sind mit großen Vorteilen für die Arbeitslosengeld-II-Bezieher verbunden. Eine Fahrt von Schlangen nach Detmold mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert rund eine Stunde - und kostet Geld. Die meisten Kunden sind daher dankbar, dass sie zu Fuß kommen können. "Wir sind auch näher dran an der realen Lebenssituation der Menschen in der Gemeinde als jemand, der ausschließlich in Detmold eingesetzt ist", erklärt Hoischen. So arbeitet sie auch über die Grenzen des Kreises Lippe hinaus, da viele Schlangener eher Arbeit in Paderborn suchen als in Detmold. "Besonders Eltern profitieren von den Außenstellen, denn sie haben aufgrund der räumlichen Nähe weniger Probleme, die Kinderbetreuung bei Gesprächsterminen zu organisieren." Als Fallmanagerin bietet Hoischen Hilfestellungen unterschiedlichster Art, um die Arbeitslosen wieder für den Arbeitsmarkt fit zu machen oder zumindest die persönliche Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern. "Nicht jeden können wir sofort in eine Arbeitsstelle vermitteln", erklärt Hoischen. "Oft ist es wichtig, erst andere Probleme in die Hand zu nehmen." Dann rät sie ihren Kunden zum Beispiel zur Schuldner-, Sucht- oder Familienberatung zu gehen. Oder vermittelt Hilfe durch den psychosozialen Dienst des Kreises - wie für den Mann mit der Angsterkrankung.
(Januar 2008)


