KiBiz in Lippe
Das neue Kinderbildungsgesetz (KiBiz) regelt die Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege. Lange war unklar, mit welcher Unterstützung die lippischen Kommunen und ihre Einrichtungen für die Betreuung der unter Dreijährigen rechnen können. Jetzt hat der Kreis Lippe Nachricht aus Düsseldorf.
"Für die zwölf Kommunen im Jugendamtsbezirk des Kreises Lippe stehen uns erst einmal 300 Plätze zur Verfügung", berichtet Karl Eitel John, Leiter des Fachgebiets "Bildung, Planung, Zukunftsaufgaben" beim Kreis Lippe. Sollte der Landtag eine Änderung des Haushaltsgesetzes 2008 im Landtag beschließen, werden insgesamt 544 Bedarfsplätze zur Verfügung stehen. "Wir sind optimistisch, dass der Landtag diesem Vorschlag folgen wird", so John weiter. Das neue KiBiz will hier die individuelle, altersgerechte und frühe Förderung - auch Sprachförderung - von Kindern in den Mittelpunkt stellen. Ziel ist es, dass die Kinder die deutsche Sprache bei der Einschulung so beherrschen, dass sie dem Unterricht von Anfang an ohne Probleme folgen können. Kinder mit und ohne Behinderungen werden nach Möglichkeit gemeinsam gefördert. Auch der Gesundheitsschutz von Kindern wird so gestärkt, dass die Mitarbeiterinnen in den Einrichtungen auf Vernachlässigung und Kindesmisshandlung frühzeitig reagieren können. "Für den Kreis Lippe bedeutet die jetzige Mitteilung, dass wir endlich mit den Kommunen in konkrete Planungen eintreten können", erklärt Udo Hötger, Jugendhilfeplaner im Detmolder Kreishaus. Aktuell werden in den zwölf Kommunen des Bezirks des Kreisjugendamts, also ohne Bad Salzuflen, Detmold, Lage und Lemgo rund 480 Kinder unter drei Jahren in insgesamt 82 Kindertageseinrichtungen betreut. Auch der Kreis Lippe will im Rahmen seines Konzepts "familienfreundlicher Kreis Lippe" diese frühkindliche Betreuung weiter ausbauen. Deswegen hat er bis zum nächsten Kindergartenjahr insgesamt 544 Plätze beim Land angemeldet. "Aber auch für die drei bis sechsjährigen Kinder stehen uns mit rund 4.200 Plätzen ausreichende Betreuungskapazitäten zur Verfügung", ergänzt Udo Hötger. In den kommenden Gesprächen gilt es nun, diese Betreuungskontingente mit den Kommunen abzustimmen. "Dabei wird es natürlich um die Anzahl der Plätze gehen, die in den Städten und Gemeinden konkret angeboten werden können", stellt Karl Eitel John in Aussicht. Auch die inhaltlichen Förderangebote für die Kinder nach Maßgaben des KiBiz sollen nun umgesetzt werden. Weitere Infos zum KiBiz gibt es im Internet unter www.mgffi.nrw.de
(März 2008) |