Lügde

Das Mittelalter kehrt nach Lügde zurück

Liuhidi- Markt in den Emmerauen/Großes Rahmenprogramm wieder mit Tavernenspiel
Lügde. Auch in diesem Jahr taucht Lügde wieder in eine Ära seiner langen Stadtgeschichte ein – ins Mittelalter. Am 7. und 8. Juni wird der erneut fast schon traditionelle mittelalterliche Liuhidi-Markt stattfinden.

„Liuhidi“ – das ist der alte Name Lügdes, wie er schon im 8. Jahrhundert in den fränkischen Reichsannalen erschien. Er wurde zum Synonym für einen Mittelaltermarkt mit ganz eigenem Charakter. Mittelalterakteure, wie Handwerker, Händler, Söldner, Ritter, Knechte, Gaukler, Narren, Musikanten und eine Hexe mischen sich mit Lügder Bürgern und schaffen zwischen der historischen Stadtmauer mit dem Stadtturm und dem Fluss Emmer eine einzigartige Atmosphäre. Schon der erste mittelalterliche Liuhidi- Markt im Jahr 2001 zog viele Tausend Besucher an, die restlos begeistert waren. In den folgenden Jahren wurde das Programm noch deutlich ausgeweitet und die Veranstaltung damit auch aufgewertet. Zweifelsohne bietet der Liuhidi- Markt heute im Vergleich mit den zahlreichen Veranstaltungen dieser Art vom Niveau her Spitzenklasse.  Damit hat sich der Liuhidi- Markt, neben dem berühmten Osterräderlauf (www.osterraederlauf.de, www.osterraederlauf.com), durch den Lügde nationale Bekanntheit hat und der noch auf heidnische Wurzeln zurückzuführen ist, zu einem weiteren bedeutenden Großereignis im kleinen Emmer- Städtchen entwickelt. Auch in diesem Jahr wird mit über 30 Ständen und 18 Heerlagern erlebbares Mittelalter geboten und altes Handwerk vorgeführt. Dabei werden die Besucher jeden Alters in jene faszinierende Epoche mit einbezogen. Für viele, sowohl Besucher als auch das „Mittelaltervolk“, ist es der schönste Mittelaltermarkt weit und breit: Es gelingt ein hohes Maß an Authentizität und Spaß über zu bringen. Alle Stände und Künstler sind dabei sozusagen „handverlesen“. Met, Bier, Wein, Backwaren, gebratenes Fleisch, Fladen und orientalische Speisen bieten Erlebnisse für den Gaumen.

Und auch für die Unterhaltung wird einiges im Stil jener Zeit geboten: Die Spielleute „Duivelspack“ aus Theotmalli (jetzt Detmold) sind dieses Jahr der musikalische Hauptact. Vielen im Umkreis sind sie schon bekannt. Sie entführen ihr Auditorium in die Tavernen des Mittelalters, in die Badestuben, auf die Schlachtfelder, über Wiesen und durch Wälder, aber auch einfach mit der Liebsten, oder dem Angebeteten unter einen Baum an einem schönen Sommertag. Sie lieben das Spielleutedasein und das Musizieren, sie haben Spaß daran und übertragen den spielend auf das Publikum, denn wie heißt es schon im Mittelalter: „Nur wer lacht, vergisst den Dreck hinter seinem Rücken.“ In bunten Gewändern, bestückt mit allerlei fremdartigem Instrumentarium bringen die Spielleute Liederliches und Lästerliches aus Jahrhunderten zu Gehör.  Als Barde und Gaukler hat sich „Skaba Disphonicus“ angemeldet. Die Gaukler, wie „Fahrend Volker“ und „Arne Aptus“ lassen einem durch Gaukelei, Fakirschau und Feuershow die Augen aus den Höhlen treten und sorgen zusammen mit Timmi, dem Narren, für Lachmuskelkater. Eine Märchenhexe verzaubert nicht nur die Kinder. Bei den diversen Scharmützeln zwischen den Söldnern und Rittern der Heerlager geht es heiß her, denn einen Grund für einen Kampf, den gibt es immer! Als Höhepunkt  findet sogar eine richtig große Feldschlacht statt! Auch spontane Aktionen, wie Kohlkopf- Rugby, Sklavenmarkt, ein Gericht mit Verurteilung, oder der Pestumzug sind schon aus den früheren Veranstaltungen beliebte Programmpunkte beim Publikum gewesen.  In diesem Jahr wird es auch wieder ein Bogenturnier der Marktleute und der mutigen Besucher geben. Ein Höhepunkt ist wie bei jedem Liuhidi- Markt so auch diesmal wieder das große Tavernenspiel am Samstagabend, an dem alle Künstler zusammen noch mal ihr Bestes geben. Im Mittelpunkt steht dabei auch eine große Feuershow zur Musik – zweifelsohne schon ein handgemachtes Feuerwerk!

Für die am Mittelalter Interessierten und zum Verdauen des Erlebten ist auch ein Rundgang im erhaltenen mittelalterlichen Stadtkern mit der Stadtmauer, den Türmen (ein Stadtturm am Brückentor wird dafür wieder über seine engen Stiegen zu erklimmen sein) und vielen Fachwerkhäusern, sowie ein Besuch des Heimatmuseums oder der berühmten romanischen Kilianskirche, deren Grundstein Karl der Große 784 legte, und die eine der ersten Kirchen des Sachsenlandes war, zu empfehlen.

Die Tore des Marktes sind geöffnet am Samstag, den 7. Juni, von 11.00 Uhr bis 23.00 Uhr und am Sonntag, den 8. Juni, in der Zeit von 11.00 Uhr bis 18.00 Uhr (oder so lange wie es eben geht).  Der „Wegezoll“ ist mit 5 Euro ein echtes Schnäppchen für das gebotene Programm. Kinder unter Schwertmaß haben freien Eintritt.  Die Lügder Geschäfte laden auch am Sonntag zwischen 14.00 Uhr und 18.00 Uhr zu einem Bummel ein. Bereits am Freitagabend (6. Juni) vor dem Markt wird zur Einstimmung wieder ein mittelalterliches Bankett im Klosterkeller mit seinem Tonnengewölbe veranstaltet. Verbindliche Anmeldungen werden über das Hotel „Westfälischer Hof“ (Tel. 05281-98960) erbeten. Die Kosten für ein zünftiges Mahl und mittelalterliche Unterhaltung betragen 20,- Euro pro Person (zzgl. Getränke).

(Lippeportal Juni 2008)