Nach dem Glühwein: Finger weg vom Schlitten
Das Jahr neigt sich zum Ende und am Stollen-Schluß-verkauf merkt man, dass die Adventszeit im vollen Gange ist. So mancher zündet eine Kerze an, in der Hoffnung, dass ihm auch mal ein Licht aufgeht. Zumindest ist es zur Weihnachtsmarktzeit kein Problem öffentlich literweise heißen Rotwein zu verzehren.
Muss ja auch ausgetrunken werden, sonst bekommt man das gleiche im Sommer auf der nächsten Beachparty ohne Zimt, aber dafür mit einer Orangenscheibe und ein paar langen Strohhalmen im Eimer serviert. Den Unterschied erkennt man hauptsächlich daran, dass statt Weihnachtsliedern dann Partyhits gespielt werden. Hauptsache man kommt gut gelaunt nach Hause, ohne das Flensburger Punktekonto unnötig aufgestockt zu haben. Angeblich werden ja bereits 68% aller Kinder auf Weihnachtsfeiern gezeugt. Der Rest verteilt sich gleichmäßig auf Fernsehwerbepausen, Besenkammern und andere Gelegenheiten. Irgendwie ist der Dezember auch der Monat der Listen. Einladungslisten für Weihnachtsfeiern, Einkaufslisten fürs Weihnachtsessen, Wunschlisten mit Geschenken zu Weihnachten, Umtrauschlisten mit Geschenken, die man nicht haben wollte, Telefonlisten mit sämstlichen Freunden und Familienangehörigen, die man an den Festtagen anruf will/soll/muß, und natürlich am Ende des Monats noch eine Liste der „Gute Vorsätze“ fürs nächste Jahr. Eigentlich kann man ja einfach die Listen vom letzten Jahr nehmen, denn gegessen wird sowieso immer das gleiche und zuviel. Geschenke wüsche ich mir auch immer die gleichen, weil ich wie jedes Jahr natürlich die falschen bekomme, und die Guten Vorsätze sind vermutlich wieder die gleichen, an die ich mich auch im letzten Jahr nicht gehalten habe. Ich wünsche Ihnen eine besinnliche und feucht-fröhliche Weihnachtszeit, in der Sie sich mit Ihren Liebsten einen heißgemachten Sangria-Eimer teilen und sich gegenseitig reichlich bescheren. Frohes Fest usw.!
(Lippeportal Dezember 2010)
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