Kolumne
Lippeportal September 2011
Lieber Fidel Castro...
Lieber Fidel, Du glorreicher Freiheitskämpfer, Du Vorbild an Demokratie, Du Hoffnung für die Welt, alle Frauen dieser Welt sollten Kinder mit Dir haben.
Wie bitte? Sie finden gar nicht, dass Fidel Castro der beste Mensch der Welt ist? Das finden aber die Linkspartei-Chefs Klaus Ernst und Gesine Lötzsch.
Jedenfalls haben sie in Glückwünschen zum 85. Geburtstag des (ehemaligen) Diktators ihre herzlichsten und solidarischen Grüße übermittelt, und davon geschrieben, dass Kuba und Castros Diktatur ein beneidenswertes Vorbild für viele Völker sei, und dass man die kubanische Politik in „unverbrüchlicher Freundschaft“ und „voller Sympathie“ verfolge. Dabei ist klar, dass der Revolutionsführer Castro sein Volk jahrzehntelang unterdrückte, und als grausamer Diktator, jeden im Gefängnis verschwinden ließ, der öffentliche Kritik wagte.
Aber vielleicht ist ja gerade das die Art der Politik, die die „SED-Nachfolger“ aus der DDR vermissen.
Ja, früher war nicht alles schlecht. Zum Beispiel die Mauer war eigentlich eine gute Idee. Man hätte Sie nur sehr viel enger um die Parteizentrale der „Linkspartei“ ziehen sollen, um dahinter die verwirrten Genossen vor der Realität zu schützen.
Kubanische Diktatoren als Vorbild? Ich kann mir nicht vorstellen, das Demokraten Verständnis für solches Gedankengut haben, egal wie sozialistisch sie eingestellt sind. Vielleicht war die Liebesbekundung der Linkspartei-Chefs für Castro ja auch gar nicht ernst gemeint, und nur die Folge von zuviel Sonne, wodurch das Gehirn bekanntlich Schaden nehmen kann.
Wollen wir nur hoffen, das auch eine Partei wie „Die Linke“ die Spinner in den eigenen Reihen rechtzeitig entdeckt und klarstellt, dass wir eben keine Freundschaft mit Diktatoren wünschen, und bestimmt nicht voller Sympathie sind.
Also erinnern Sie sich, wenn Sie das nächste Mal zur Wahl gehen, oder wollen Sie auch eines Morgens in einem (Stasi)Gefängnis aufwachen? In Kuba kann das schon mal passieren.


