Kolumne

Lippeportal Juli 2011

Ab in den Urlaub
Diesen Monat beginnen die Sommerferien, und weil ich nicht wieder mit gefühlten zehntausend Leidensgenossen im Stau stehen will, fahre ich dieses Jahr einfach ein paar Tage früher. Die Idee hatten aber auch schon andere, und so kommt es, dass ich bei sommerlichen Temperaturen bereits auf der Autobahnauffahrt am Ende einer Parklawiene stehe. Wenn einem die Sonne erstmal 2-3 Stunden auf den Kopf scheint, dann hört sich das Dröhnen des rollenden Verkehrs jenseits der Leitplanke ja auch schon fast wie die Brandung des Meeres an, und ein Sonnenbad kann ich ja schließlich auch auf dem wunderschön begrünten Mittelstreifen nehmen, der jedoch im Regelfall bereits von einigen Leidensgenossen aus dem Reisebus vor mir mit Handtüchern reserviert wurde.Der Asphalt hingegen ist nicht nur unbequem, sondern nimmt in den Mittagsstunden auch die physikalischen Eigenschaften einer Teflonpfanne an. Wer also glaubt, er könne es sich hier bequem machen, der handelt sich schnell mal derartige Verbrennungen ein, dass man gar nicht weiß, wo Schweiß aufhört und Wundwasser anfängt. Am Ende ist das einzig kühle Element, die Brandsalbe, wie sie mir auch nach einem durchschnittlichen Besuch im Freibad großflächig von einem netten Rettungssanitäter aufgetragen wird. So muß sich wohl eine Bratwurst bei Ihrem letzten Tanz auf dem Grill fühlen, und allein dieser unsinnige Gedanke zeigt mir, dass ich mich nur bei der Vorstellung bereits am Rande persönlichkeitsverändernder Fieberphantasien bewege. Am meisten Angst habe ich immer, dass ich überhaupt nicht weiterfahren kann, weil der Fahrbahnbelag bei dieser Hitze eine homogene Verbindung mit meinen schmelzenden Reifen eingeht. Konnten Sie im Rückspiegel auch schon mal beobaachten, wie jemand Nackensteaks gleichmäßig auf der Motorhaube wendet. Kein Wunder, denn das Fahrzeugblech hat mittags bereits eine Temperatur angenommen, die jeden Holzkohlegrill erblassen lässt.
Am Besten, man bleibt zu Hause und genießt den lippischen Sommer im heimischen Freibad., und wer unbedingt „echtes“ Urlaubsfeeling genießen will, der kann sich vorher ja ein paar Stunden in der Garage ins Auto setzen. Da ist es wenigstens kühl.