Gesundheit

DAK warnt vor häufigen Pilzvergiftungen

Behandlungen um 50 Prozent gestiegen

Der feuchte Sommer lässt die Pilze sprießen: Die DAK rechnet deshalb auch in diesem Jahr mit vermehrten Pilzvergiftungen. „Vergangenes Jahr wurden rund 50 Prozent mehr DAK-Versicherte deshalb ärztlich behandelt als 2009“, sagt DAK-Ärztin Elisabeth Thomas. „Insgesamt erkrankten 267 Menschen, 192 mussten sogar ins Krankenhaus.“

Vorsicht vor Doppelgängern
Unerfahrene Sammler sollten besonders vorsichtig sein, denn Pilzvergiftungen können tödlich enden. „Beim Pilze sammeln zählt vor allem Erfahrung“, weiß Thomas. „Theoretisches Wissen aus Büchern und dem Internet reicht nicht aus. Nur, wer sich wirklich gut auskennt, sollte selbst gesammelte Pilze zubereiten und essen.“ Das Problem: Viele essbare Pilze haben ungenießbare oder giftige Doppelgänger. Bekannt dafür ist der Knollenblätterpilz. Er sieht aus wie ein Champignon, ist aber sehr giftig. Deshalb: Beim leisesten Zweifel die Pilze im Wald stehen lassen oder seinen Fundus zu einer Beratungsstelle bringen.

Erste Hilfe bei Vergiftungen
Sollten nach einer Pilzmahlzeit Übelkeit, Durchfall oder Magenschmerzen auftreten, rät die Expertin, sofort den Notarzt (112) zu rufen. Die Giftnotrufzentralen der Bundesländer helfen ebenfalls weiter. Und: „Medikamente nicht in Eigenregie nehmen“, warnt Thomas. „Sie können schädlich sein. Ruhig bleiben, viel trinken, am besten Wasser, und bei Bewusstlosigkeit den Betroffenen in die stabile Seitenlage bringen.“ Um den „Schuldigen“ zu ermitteln, die Pilzreste zur Behandlung mitbringen.

Regionale und saisonale Unterschiede
Die meisten Vergiftungen treten in der typischen Pilzsaison im August oder September auf, die wenigsten im Dezember und Januar. Die Hochburgen der Vergiftungsfälle sind Niedersachsen, Bayern, Baden-Württemberg, Mecklenburg- Vorpommern und Nordrhein-Westfalen. Weitere Informationen und die Nummern der Giftnotrufzentralen unter www.dak.de/pilzvergiftungen Quelle: DAK