Detmold
Wenn ich was anderes machen würde, würde ich vielleicht nicht immer ans Geld denken
Drei sehr komische Einakter über merkwürdige Helden unserer Zeit
So | 26.02.2012 | 18.00 Uhr | Grabbe-Haus | Detmold
Haben Sie sich schon einmal richtig nass gemacht oder ihr bestes Stück übel eingeklemmt? Verschlüsse von Getränkepackungen sind ebenso heikel wie gewisse Klappstühle, das moniert jedenfalls ein selbsternannter Verbraucherschützer in einer der grotesk munteren Szenen, die mit dem ganz normalen Wahnsinn konfrontieren. Sicher, ich kann Unternehmen verklagen, die Unpraktisches auf den Markt bringen, aber irgendwann befinde ich mich dann wie besagter Menschheitsretter in einer Prozessflut, welche die eigene arg strapazierte rechtsschutzversicherung nicht mehr bewältigen will: erneuter Prozess! Ist es dann nicht doch besser, ich ergebe mich frag- und klaglos dem Kaufrausch, auch wenn sich schließlich zum wiederholten Male unbezahlte Rechnungen bedrohlich anhäufen und das Inkasso-Unternehmen anklopft.
Oder aber ich kündige ganz und gar, nicht ohne in einem wahren Formulierungsrausch und Beschimpfungsstakkato Firma, Chefs und Kollegen formvollendet und zugleich enthemmt in Grund und Boden zu beleidigen. In Felicia Zellers überdrehten Botschaften von merkwürdigen Helden unserer Zeit erfahren reale Erfahrungen eine groteske Zuspitzung, um sich überraschend zu einem sehr präzisen Alltagsbild zusammenzufügen.


