Vielfalt in Lippe - Die Kompetenzen von Migranten fördern
Unter dem Motto "Nicht über Migranten reden, sondern mit Migranten reden" trafen sich auf Einladung der Initiative "Vielfalt in Lippe" jetzt rund 40 Vertreter aus den Bereichen Migration, Integration, Politik und Arbeit zu einem Workshop im Detmolder Kreishaus. Schwerpunktthema war die oftmals verkannte Kompetenz von Migranten. "Die Integration zugewanderter Menschen ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft", unterstrich Landrat Friedel Heuwinkel in seiner Einführung. "Dazu gehört auch die Förderung ihrer individuellen Fähigkeiten".
 Seit 2005 unterstützt der Kreis Lippe in Zusammenarbeit mit der Netzwerk Lippe gGmbH mit ihrem Projekt "Vielfalt in Lippe" die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund. Besonderes Augenmerk legen die Verantwortlichen dabei auf den Übergang von der Schule in den Beruf. Am Beispiel eines Kompetenzfeststellungsverfahrens (Assessment) für Migranten, das das Netzwerk gemeinsam mit Bildungs- und Integrationskursträgern sowie der Detmolder DITIB-Gemeinde und dem Verein Freundschaft-Druschba e.V. im Kreisgebiet durchgeführt hat, erörterten die Anwesenden die versteckten Kompetenzen von Migranten sowie Möglichkeiten der Sichtbarmachung und Nutzung. Während des Assessments bekommen die Teil­nehmer praktische Aufgaben gestellt, bei der sie zum Beispiel ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen müssen. Beobachter notieren die individuellen Eignungen und analysieren diese gemeinsam mit den Migranten. Im Kreishaus berichteten einige Jugendlichen über ihre positiven Erfahrungen bei der Potenzialanalyse: "Wenn dir jemand deine Stärken aufzeigt ist das ein großer Motivationsschub und hilft, diese auch ein- und umzusetzen", war die einhellige Meinung. "Die Nachfrage nach den Assessmentangeboten steigt ", bestätigte auch Dr. Wolfgang Sieber vom Netzwerk die Einschätzung der Jugendlichen. Die Vertreter der Migrantenselbstorganisationen vereinbarten einen noch intensiveren Austausch zwischen den Institutionen und sprachen über gemeinsame Wege, sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Landrat Heuwinkel schlug vor, das Thema auch in der lippischen Politik intensiver zu bearbeiten und effizientere Begleitstrukturen zu entwickeln, was bei den Anwesenden auf breite Zustimmung stieß. Weitere Informationen erhalten Interessierte bei der Netzwerk Lippe gGmbH, unter 05231/6403-0 oder im Internet unter www.vielfalt-in-lippe.de.


Wollen die Kompetenzen von Migranten fördern (von links): Netzwerk-Geschäftsführer Thomas Jeckel, Landrat Friedel Heuwinkel, die Integrationsbeauftragte des Kreises Lippe Sabine Beine und Dr. Wolfgang Sieber.

(März 2008)
 
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