Bildung

Das digitale Schulbuch bald Realität?

Zukunftsstudie 2011 des MÜNCHNER KREIS

(red/pm) Am besten sofort solle das digitale Schulbuch für die Mehrheit der Schüler verfügbar sein. Das erklärte die Mehrheit der Befragten einer internationalen Studie. Trotz der breiten Zustimmung zum digitalen Schulbuch wünschen allerdings 15 Prozent der Deutschen, dass es nie verfügbar wäre.

Die internationale Befragung zum Einsatz von digitalen Schulbüchern bringt einige Überraschungen mit sich. So ist vor allem in Brasilien eine deutlich positivere Grundstimmung zu modernen Unterrichtsformen erkennbar als in den USA und Deutschland. Darüber hinaus glauben die Befragten in vielen Ländern, dass das digitale Schulbuch bereits Realität ist oder kurz vor der Einführung steht. Anders in Deutschland, hier gibt es mit rund 70 Prozent Befürwortern und 30 Prozent Skeptikern noch ein sehr differenziertes Meinungsbild in der Bevölkerung

In der die Zukunftsstudie 2011 des MÜNCHNER KREIS wurde auch die Zahlungsbereitschaft der Eltern abgefragt. Das Ergebnis: 45 Prozent der Befragten in China würden für das digitale Schulbuch zahlen. In Deutschland sind es lediglich 28 Prozent.

Gegen den Einsatz eines digitalen Schulbuchs sprechen laut den Befragten in Deutschland die entstehende Technikabhängigkeit, die Kosten und die Angst vor Datenmissbrauch. So gaben 33 Prozent der Deutschen zu bedenken, dass die Technik einmal ausfallen könnte. Von ebenso vielen Deutschen wurde die Angst genannt, dass das Schulbuch häufig kaputt gehen könnte.

Als technische Basis für den Einsatz moderner Medien im Unterricht empfiehlt die Studie eine sichere IT-Vernetzung aller öffentlichen Bildungseinrichtungen. Dieses Bildungsnetz könnte innerhalb eines vorhandenen staatlichen Behördennetzes realisiert werden. Dadurch würden Synergien geschaffen: Systeme, die in einem Behördennetz bereits zur Verfügung stehen, können auch im Bildungsnetz mitgenutzt werden.

„Spätestens 2019 ist ein persönliches elektronisches Endgerät (z. B. Laptop) elementarer Bestandteil des Schulunterrichts in Deutschland“, heißt es in der Studie.

Der MÜNCHNER KREIS hat Mitte des Jahres in dieser repräsentativen Studie 7.231 Personen in Deutschland, Schweden, USA, Brasilien, China und Südkorea nach ihren Einschätzungen des zukünftigen digitalen Lebens befragt. In der vierten Phase der Zukunftsstudie konzentriert sich das Netzwerk von Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik nun auf den Menschen als Nutzer von Technologie. Der MÜNCHNER KREIS möchte die Wissens- und Informationsgesellschaft durch seine Arbeit aktiv mitgestalten. Die gemeinnützige, übernationale Vereinigung sieht sich an der Nahtstelle von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien und befasst sich mit Fragen der Technologie, der Gesellschaft, der Ökonomie und der Regulierung im Bereich von Informations- und Kommunikationstechniken (IKT)sowie der Medien.

Die Studie „Zukunftsbilder der digitalen Welt. Nutzerperspektiven im internationalen Vergleich“ wurde im Rahmen des Langzeitprojekts „Zukunftsstudie MÜNCHNER KREIS“ gemeinsam von den Herausgebern MÜNCHNER KREIS, EICT, Siemens, Deutsche Telekom, TNS Infratest, ZDF sowie den Förderern, dem IT-Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Bird&Bird, Daimler, Deutsche Bank, Google, Sony, Technische Universität München und VDE (ITG), und den Kreativpartnern mc-quadrat und deep innovation durchgeführt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie als offizielles Projekt des Nationalen IT-Gipfel-Prozesses unterstützt.
Quelle: www.bildungsklick.de